Das Internet entwickelt sich rasant weiter – wo es hingeht weiß allerdings noch niemand. Wenn ich ein paar Jahre in die Vergangenheit blicke und mir das Internet von heute ansehe, so hat sich sehr viel verändert. Früher waren unter allen Webseiten nur wenige private Homepages und somit kaum Daten von Privatpersonen im Internet zu finden. Heute hat beinahe jeder bereits einen Teil seines Lebens (Freunde, Interessen, Kontaktmöglichkeiten, etc.) in sozialen Netzwerken, zumindest unter eingeschränkten Bedingungen (z.B. Benutzeranmeldung erforderlich) zugänglich, veröffentlicht.
Ich bin mit meinen Daten im Internet immer sehr vorsichtig umgegangen (soweit dies eben möglich ist, wenn man eigene Seiten betreibt) und habe versucht meine Privatsphäre so gut es geht zu schützen. Hierfür habe ich auf eine strikte Trennung von geschäftlichen und privaten Daten geachtet und nur erstere im Internet veröffentlicht. Der heutigen Zeit entsprechend habe ich natürlich auch Profile in mehreren sozialen Netzwerken, darunter auch Facebook. Meine neueste Erfahrung damit stimmt mich allerdings etwas nachdenklich, vor allem was schützenswerte Personen (z.B. Jugendliche) betrifft.
In meinem Facebook-Profil wurde und wird nämlich eine Person als Freund vorgeschlagen, mit der ich schon seit Jahren nichts mehr zu tun hatte. Noch bemerkenswerter wird es, wenn man bedenkt, dass wir weder gemeinsame Freunde haben, noch den selben Netzwerken beigetreten sind oder sonstige Verbindungen aufweisen. Wir leben nichtmal im selben Land. Ich habe versucht nachzuvollziehen, wie Facebook auf diese Assoziation gekommen ist – mit Google selbst eine derartige herzustellen brachte keinen Erfolg, obwohl ich zwei vollständige Namen zur Verfügung hatte. Facebook müsste hierfür einen komplizierteren Pfad finden und scheint ihn auch gefunden zu haben – Respekt!
Wenn ich all diese Erkenntnisse zusammenfasse und daran denke, dass viele Seiten für die Ewigkeit zumindest archiviert wurden (siehe Artikel “Webseite von der Wayback Machine (archive.org) nicht archivieren lassen“), so ist die nächste logische Weiterentwicklung, dass sich auch diese bald durchsuchen lassen werden und nicht mehr nur per direkter URL-Eingabe aufrufbar sind. Folge davon wird sein, dass sich immer mehr Informationen über uns finden lassen und zukünftige Arbeitgeber bereits nach Einlagen der Bewerbung bestens über uns Bescheid wissen. Allgemein bin ich der Meinung, dass sich viele unerfahrene Anwender und vor allem auch Jugendliche über die (aktuellen und vielmehr die zukünftigen) Gefahren des Internets nicht im Klaren sind, da sie alles über sich veröffentlichen, wie wenn sie es ihren besten Freunden erzählen – doch im Internet sind nicht nur Freunde unterwegs…
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